Marianne Backhaus
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Marianne Backhaus wurde am 5. März 1951 in Meppen im Emsland geboren. Ihr Studium der Sozialpädagogik absolvierte sie im nahegelegenen Münster zusammen mit ihrem Mann Gerhard Backhaus. Nach dem Studium, Anfang der 1970er Jahre, sammelte sie in verschiedenen Heimeinrichtungen Erfahrungen, die ihre gesamte berufliche Laufbahn prägten. Die Zustände in diesen Großeinrichtungen erschütterten sie so sehr, dass sie gemeinsam mit ihrem Mann nach alternativen Formen der Heimerziehung suchte.

1976 gründeten sie ein Kleinstheim, in dem sie versuchten Heimkindern das zu geben, was ihnen zur Entwicklung einer gefestigten und stabilen Persönlichkeit fehlte: Bindung zu verlässlichen Bezugspersonen, Geborgenheit, Individualität und somit das Nachnähren von Grundbedürfnissen.

In diesem Kleinstheim war sie Mutter nicht nur für ihre leiblichen drei Kinder, die in diese Lebensform hineingeboren wurden, sondern für neun weitere Kinder, die entweder keine Eltern hatten oder aufgrund von Vernachlässigung nicht in ihrer Ursprungsfamilie leben konnten.

Marianne Backhaus stellte im Laufe der zwei Jahrzehnte intensiver Auseinandersetzung mit diesem Konzept fest, dass diese Form der Heimerziehung ein Fortschritt war, jedoch den Bedürfnissen der Kinder nicht allumfassend gerecht wurde. Der Bezugsrahmen in diesem Kleinstheim war immer noch zu weit, um den Bedürfnissen der oft traumatisierten Kinder zu entsprechen.

Somit entwickelte das Ehepaar Backhaus ein neuartiges pädagogisches Modell, in dem Heimkindern ein noch intensiverer und individuellerer Zugang zu ihren Bezugspersonen eröffnet wurde: das Konzept der Profifamilie® (www.profifamilie.de). Die pädagogische Arbeit einer Profifamilie® orientiert sich stark an einer klassischen Familie. Frau und Herr Backhaus begaben sich Anfang der 1990er Jahre auf die Suche nach PädagogenInnen, die nach einem Vorbereitungskurs, der von ihnen selbst entwickelt wurde, ein oder zwei Kinder aus der Heimerziehung in ihre Familie integrierten. Aufgrund der Auffälligkeiten dieser Kinder richtete Marianne Backhaus eine regelmäßige Beratung für diese Ehepaare ein. Hierzu war sie durch ihre langjährige Erfahrung und eine weitere Ausbildung als Supervisorin qualifiziert. Die intensive Bindung, die so zwischen dem aufgenommen Kind und den Profieltern® entstand, zeigte eine therapeutische Wirkung, wie es sie so in der deutschen Heimerziehung noch nicht gegeben hatte. Mit der Erfindung der Profifamilien® fungierte das Ehepaar Backhaus als Pionier für die Bindungsarbeit in der Heimerziehung, dessen Produkt die Erziehungsstellen waren. Nachdem die ersten Erfolge zu verzeichnen waren, wurde die Gesellschaft für familienorientierte Sozialpädagogik (GfS) gegründet.

Heute leitet Frau Backhaus den Kinder- und Jugendhilfeverbund Backhaus (KJHB), der neun Gesellschaften für familienorientierte Sozialpädagogik im Bundesgebiet vereint und neben 185 Profifamilien® vielerlei ergänzende Hilfen für insgesamt 300 benachteiligte junge Menschen anbietet.

Dies ist ihr Lebenswerk. Darüber hinaus existiert aber auch noch eine lebensfrohe private Frau Backhaus: Sie nutzt gerne ihre Freizeit, um mit Freundinnen Tennis zu spielen und zusammen mit ihrem Mann und ihrem Hund ″Jambo″ zu joggen. Außerdem liebt sie die Türkei und hält sich nach Möglichkeit und deutscher Schlechtwetterlage gerne dort auf. Manchmal trifft man Frau Backhaus morgens stark übernächtigt in ihrem Büro an. Seltener sind Parties hierfür der Grund: Von Zeit zu Zeit wird sie von blitzartigen Ideen mitten in der Nacht geweckt, die ihr keine Ruhe zum Schlaf lassen. Somit sind schon einige Konzepte in dunkelster Nacht entstanden.

Seit dem 1. Mai 2008 hat Frau Backhaus ein weiteres Hobby. In ihrem Heimatdorf Bokeloh hat sie einen Lebensmittelladen mit angeschlossenem Café eröffnet.